Ermäßigte Mehrwertsteuer in der Gastronomie
Seit dem 01. Januar 2026 gilt in Restaurants, Cafés und Gaststätten dauerhaft der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen. Die Entscheidung der Bundesregierung sorgt für kontroverse Diskussionen: Während die Gastronomiebranche auf Entlastung hofft, kritisieren Ökonomen die Regelung als kostspieliges politisches Zugeständnis. Für Gäste wiederum stellt sich vor allem eine Frage: Wird Essen gehen jetzt günstiger?
Sieben Prozent statt 19: Steuerliche Entlastung für Speisen
Mit der Neuregelung werden Speisen, die vor Ort verzehrt werden, steuerlich genauso behandelt wie Außer-Haus-Verkäufe. Statt des regulären Mehrwertsteuersatzes von 19 Prozent fallen seit 2026 nur noch sieben Prozent Umsatzsteuer an. Ziel der Maßnahme ist es, die Gastronomie dauerhaft zu entlasten und wirtschaftlich zu stabilisieren – insbesondere nach Jahren stark gestiegener Kosten.
Die Steuerersparnis verbleibt dabei zunächst vollständig bei den Betrieben. Ob und in welchem Umfang sie an die Gäste weitergegeben wird, ist gesetzlich nicht geregelt.
Kritik aus der Wirtschaft: Teures Wahlgeschenk mit geringer Wirkung
Ökonomen bewerten die Maßnahme kritisch. Sie sprechen von einem teuren Wahlgeschenk der schwarz-roten Koalition, da dem Staat jährlich erhebliche Steuereinnahmen entgehen. Gleichzeitig sei der Effekt für Verbraucher begrenzt, weil niedrigere Steuersätze nicht automatisch zu niedrigeren Preisen führen.
Aus wirtschaftlicher Sicht profitieren vor allem die Unternehmen selbst, während der gesamtwirtschaftliche Nutzen – etwa eine spürbare Belebung der Nachfrage – als eher gering eingeschätzt wird.
Was die Neuregelung langfristig bewirken soll
Aus Sicht der Politik soll die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer vor allem Planungssicherheit für die Branche schaffen. Gastronomen können Investitionen besser kalkulieren und sind weniger anfällig für kurzfristige steuerpolitische Änderungen. Gerade kleinere Betriebe sollen dadurch stabiler wirtschaften können. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt davon ab, ob die Entlastung tatsächlich zu mehr Investitionen, besseren Arbeitsbedingungen oder langfristig stabileren Preisen führt – oder lediglich bestehende Belastungen kompensiert.