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Selbstständigen-Report 2026: Zwischen Frust, Durchhaltevermögen und vorsichtiger Hoffnung

Die deutsche Wirtschaft zeigt im Jahr 2026 erste Anzeichen einer Erholung. Doch während Konjunkturdaten leicht ins Positive drehen, kommt diese Entwicklung bei vielen Selbstständigen noch nicht an. Der neue Selbstständigen-Report 2026, herausgegeben von WISO MeinBüro in Zusammenarbeit mit dem VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e. V.), zeichnet ein differenziertes – und in einigen Bereichen besorgniserregendes – Bild.

Wenn du selbstständig bist oder darüber nachdenkst, dich selbstständig zu machen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Ergebnisse. Denn sie zeigen nicht nur die aktuelle Lage, sondern auch strukturelle Herausforderungen, die viele Selbstständige in Deutschland betreffen.

Zum Selbstständigen-Report 2026

Wirtschaftliche Lage: Die Stimmung kippt weiter

Ein zentraler Befund des Reports: Die wirtschaftliche Situation vieler Selbstständiger hat sich weiter verschlechtert. Während 2018 noch rund 60 Prozent der Befragten ihre Lage als gut oder sehr gut einschätzten, waren es 2024 nur noch 55 Prozent. Im Jahr 2026 liegt dieser Wert nun bei lediglich 46 Prozent. Mehr als die Hälfte der Selbstständigen bewertet ihre wirtschaftliche Lage also inzwischen als mittelmäßig oder schlecht.

Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, weil sie im Widerspruch zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung steht. Das Bruttoinlandsprodukt ist 2025 leicht gewachsen – doch dieses Wachstum scheint bei Solo-Selbstständigen, Freiberuflern und kleinen Unternehmen kaum anzukommen.

Regionale Unterschiede bleiben bestehen

In nahezu allen Bundesländern hat sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Eine Ausnahme bildet Brandenburg, wo sich die Einschätzung leicht verbessert hat. Dennoch bleibt auch hier ein langfristiger Rückgang sichtbar. Am anderen Ende der Skala steht Thüringen: Hier bewerten nur rund 37 Prozent der Selbstständigen ihre Lage als gut oder hervorragend. Diese regionalen Unterschiede zeigen, dass wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Infrastruktur und Marktumfeld weiterhin eine große Rolle spielen.

Geschäftsklima und politische Wahrnehmung: Wachsende Frustration

Noch deutlicher als die wirtschaftliche Lage ist die Einschätzung des allgemeinen Geschäftsklimas. Rund 62 Prozent der Befragten bewerten es als schlecht oder sehr schlecht. Hinzu kommt ein weiterer, besonders kritischer Punkt: die Wahrnehmung durch die Politik.

Gefühl mangelnder Wertschätzung

Rund 90 Prozent der Selbstständigen fühlen sich von der Politik wenig oder gar nicht respektiert. Dieser Wert ist seit Jahren hoch – und steigt weiter an. Bereits 2018 lag er bei etwa 80 Prozent, 2024 bei 87 Prozent. Der aktuelle Report zeigt, dass sich diese Entwicklung weiter verschärft. Für viele Selbstständige bedeutet das: Sie tragen wirtschaftliche Verantwortung, schaffen Arbeitsplätze und treiben Innovationen voran – fühlen sich aber politisch kaum vertreten.

Forderung nach fairen Rahmenbedingungen

Besonders häufig genannt werden folgende Wünsche:

  • Mehr Respekt für die Leistung von Selbstständigen
  • Faire Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge
  • Gleichbehandlung mit Angestellten

Ein zentraler Kritikpunkt ist die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Selbstständige zahlen ihre Beiträge auf den gesamten Gewinn – inklusive Beträge, die faktisch für Sozialabgaben vorgesehen sind. Das führt zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung.

Bürokratie und Abgaben: Dauerbelastung statt Wachstum

Ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Report: Bürokratie. Für viele Selbstständige ist sie nicht nur ein Ärgernis, sondern ein ernsthaftes wirtschaftliches Problem. Ein Drittel der Befragten nennt das Steuerrecht als größte bürokratische Hürde. Weitere Belastungen sind:

  • Steuererklärungen
  • Buchführung
  • Statusfeststellungsverfahren

Diese administrativen Aufgaben kosten Zeit, Geld und Nerven – Ressourcen, die eigentlich ins Kerngeschäft fließen sollten.

Steuern und Lebenshaltungskosten als Druckfaktoren

Neben der Bürokratie spielen auch hohe Steuern und steigende Lebenshaltungskosten eine große Rolle. Viele Selbstständige sehen sich mit einer Kombination aus unsicheren Einnahmen und konstant hohen Abgaben konfrontiert.

Das führt zu einem Gefühl der wirtschaftlichen Unsicherheit – selbst bei stabil laufenden Geschäften.

Auswanderungsgedanken: Ein deutliches Warnsignal

Ein besonders alarmierender Befund des Reports: Rund 38 Prozent der Selbstständigen haben in den letzten zwei Jahren darüber nachgedacht, Deutschland zu verlassen.

Knapp sechs Prozent haben sogar konkrete Auswanderungspläne.

Gründe für den Auswanderungswunsch

Die wichtigsten Motive sind:

  • Bürokratie
  • Steuerbelastung
  • Hohe Lebenshaltungskosten
  • Rechtliche Unsicherheit (z. B. durch Statusfeststellungsverfahren)

Diese Zahlen zeigen deutlich: Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Problem.

Viele Selbstständige denken nicht aus Abenteuerlust über einen Wegzug nach, sondern aus Frustration über die Rahmenbedingungen.

Scheinselbstständigkeit: Ein unterschätztes Risiko

Ein Thema, das im Report besonders hervorsticht, ist die Scheinselbstständigkeit. Viele Selbstständige unterschätzen die Risiken – mit teils erheblichen Folgen. Nur etwa 16 Prozent der Befragten haben bereits ein Statusfeststellungsverfahren durchlaufen. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele grundlegende Annahmen falsch sind. Ein Beispiel: Rund 72 Prozent der Befragten glauben, dass das Vorhandensein mehrere Auftraggeber automatisch vor Scheinselbstständigkeit schützen. Das ist jedoch nicht der Fall.

Auswirkungen auf die Praxis

Die Unsicherheit hat konkrete Folgen:

  • Ein Viertel der Befragten hat bereits Aufträge verloren
  • Auftraggeber vermeiden Zusammenarbeit aus Angst vor Nachzahlungen
  • Selbstständige überlegen, ihre Tätigkeit aufzugeben oder ins Ausland zu verlagern

Die fehlenden klaren Kriterien schaffen ein Klima der Unsicherheit – für beide Seiten.

Einkommen, Arbeitszeit und Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Auch 2026 zeigen sich weiterhin Unterschiede bei Einkommen und Arbeitszeit.

Unterschiede bei Umsatz und Arbeitszeit

Frauen planen im Durchschnitt niedrigere Jahresumsätze als Männer. Gleichzeitig arbeiten sie im Schnitt weniger Stunden pro Woche. Das deutet darauf hin, dass strukturelle Unterschiede – etwa durch familiäre Verpflichtungen oder unterschiedliche Geschäftsmodelle – weiterhin eine Rolle spielen.

Positive Entwicklung bei Stundensätzen

Ein erfreulicher Trend: Die Stundensätze von Frauen steigen. Immer mehr weibliche Selbstständige bewegen sich im Bereich von 76 bis 100 Euro pro Stunde – ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu früheren Jahren.

Motivation: Warum Selbstständigkeit trotzdem attraktiv bleibt

Trotz aller Herausforderungen zeigt der Report auch eine überraschend positive Seite. Mehr als 83 Prozent der Befragten würden sich wieder selbstständig machen.

Hauptgründe für die Selbstständigkeit

Die wichtigsten Motivationsfaktoren sind:

  • Selbstbestimmung
  • Flexible Arbeitszeiten

Diese Faktoren haben in den letzten Jahren sogar an Bedeutung gewonnen. Für viele Selbstständige überwiegen die Vorteile der Freiheit – trotz finanzieller Unsicherheiten und bürokratischer Belastungen.

Zukunftsperspektiven: Realismus statt Optimismus

Der Blick in die Zukunft ist geprägt von Pragmatismus. Die meisten Selbstständigen gehen davon aus, auch in fünf Jahren noch in Deutschland tätig zu sein. Gleichzeitig erwarten viele keine wesentliche Verbesserung ihrer finanziellen Situation. Ein Teil rechnet sogar mit einer Verschlechterung oder dem Ende der Selbstständigkeit.

Zwischen Resilienz und Frustration

Der Report zeigt eine interessante Mischung:

  • Hohe Anpassungsfähigkeit und Unternehmergeist
  • Gleichzeitig zunehmende Frustration über politische Rahmenbedingungen

Diese Kombination macht deutlich: Selbstständige sind bereit, Verantwortung zu übernehmen – brauchen aber bessere Bedingungen, um langfristig erfolgreich zu sein.

Fazit: Ein klares Signal an Politik und Wirtschaft

Der Selbstständigen-Report 2026 ist mehr als eine Momentaufnahme. Er ist ein deutliches Signal. Selbstständige in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen:

  • Unsichere wirtschaftliche Lage
  • Hohe Abgaben
  • Bürokratische Hürden
  • Rechtliche Unsicherheit

Gleichzeitig zeigen sie eine beeindruckende Widerstandsfähigkeit.

Damit dieses Potenzial nicht verloren geht, braucht es dringend Reformen:

  • Mehr Planungssicherheit
  • Faire Sozialversicherungsregeln
  • Abbau von Bürokratie
  • Klare Regelungen zur Scheinselbstständigkeit

Denn eines ist klar: Ohne starke Selbstständige verliert Deutschland langfristig an Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

Der gesamte Report sowie weitere Informationen stehen unter dem folgenden Link zum kostenlosen Download bereit:

Der Selbstständigen-Report 2026

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