Die Diskussion um nachhaltiges und verantwortungsvolles Unternehmertum gewinnt seit Jahren an Bedeutung. Immer mehr Selbstständige und Unternehmer stellen sich die Frage, wie sie ihr Unternehmen langfristig sichern können, ohne es von kurzfristigen Gewinninteressen oder externem Einfluss abhängig zu machen. Genau an diesem Punkt setzt eine neue geplante Rechtsform an: die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV).
Doch was bedeutet diese Rechtsform konkret für dich als Selbstständiger? Welche Chancen eröffnet sie – und welche Einschränkungen solltest du kennen? In diesem Beitrag bekommst du einen umfassenden, praxisnahen Überblick.
Was hinter der Gesellschaft mit gebundenem Vermögen steckt
Die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen ist eine geplante neue Rechtsform im deutschen Gesellschaftsrecht, die sich deutlich von bekannten Modellen wie der GmbH oder AG unterscheidet. Ihr zentrales Merkmal ist die dauerhafte Bindung des Unternehmensvermögens an den Unternehmenszweck. Dieses Prinzip wird häufig als „Asset Lock“ bezeichnet.
Im Kern bedeutet das: Gewinne und Vermögenswerte bleiben im Unternehmen und können nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Anders als bei klassischen Kapitalgesellschaften steht also nicht die Rendite für die Eigentümer im Mittelpunkt, sondern die langfristige Entwicklung und Stabilität des Unternehmens selbst.
Die GmgV soll damit eine Lücke schließen. Bisher mussten Unternehmer, die ihre Firma dauerhaft sichern wollten, oft auf komplexe Konstruktionen wie Stiftungen oder internationale Modelle zurückgreifen. Mit der neuen Rechtsform entsteht erstmals eine klar geregelte, in Deutschland verankerte Lösung.