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Ein junger Mann sind vor einem Laptop und arbeitet. Im Hintergrund - vor orangenem Hintergrund - ein Sparschwein-Symbol.

Die Riester-Reform 2026: Private Altersvorsorge auch für Selbstständige

Die Freiheit der Selbstständigkeit ist ein Privileg, das jedoch eine große Verantwortung mit sich bringt, insbesondere wenn es um die Zeit nach dem aktiven Berufsleben geht. In Deutschland ist das Rentensystem derzeit massiven Veränderungen unterworfen, da immer weniger Erwerbstätige die Renten einer wachsenden Zahl von Senioren finanzieren müssen. Die Bundesregierung hat nun auf diese Herausforderung reagiert und mit dem „Altersvorsorgereformgesetz“ (Gesetzentwurf 21/4088) eine umfassende Modernisierung der privaten Altersvorsorge auf den Weg gebracht, die am 27. März 2026 vom Bundestag beschlossen wurde. Für viele Unternehmer in Deutschland markiert dieses Gesetz eine historische Wende, da es erstmals auch Freiberufler und Selbstständige umfassend in die staatliche Förderstruktur einbezieht. Bisher war der Zugang zu staatlich geförderten Modellen wie der Riester-Rente primär rentenversicherungspflichtig Beschäftigten vorbehalten, was gerade für Solo-Selbstständige oft eine Lücke in der sozialen Absicherung bedeutete. Mit der Reform wird die sogenannte „dritte Säule“ der Altersvorsorge grundlegend revitalisiert, um ein effizientes Angebot zur Lebensstandardsicherung für breite Bevölkerungskreise zu schaffen. Das erklärte Ziel der Koalition ist es, die private Vorsorge deutlich einfacher, günstiger und vor allem renditestärker zu gestalten.

Das Ende der Riester-Ära und der Mut zum Neuen

Die seit dem Jahr 2002 bestehende Riester-Rente gilt heute in vielen Punkten als gescheitert oder zumindest als stark reformbedürftig. Ein Hauptgrund für die mangelnde Akzeptanz lag in der gesetzlich vorgeschriebenen Beitragsgarantie, die Anbieter zwang, das Geld so sicher anzulegen, dass kaum Spielraum für renditestarke Investitionen am Aktienmarkt blieb. Die Anzahl der abgeschlossenen Riester-Verträge ist bereits seit 2017 rückläufig und viele Anbieter haben sich deshalb in den letzten Jahren sogar gänzlich aus dem Markt zurückgezogen, da die Beitragserhaltungszusage unter den gegebenen Zinsbedingungen nicht mehr zu erwirtschaften war.

Der neue Gesetzentwurf bricht mit diesem Sicherheitsdogma und ermöglicht künftig eine realwertorientierte Anlagestrategie. Die Reform soll die private Altersvorsorge unbürokratischer und transparenter machen, damit sie für dich als Sparer wieder attraktiver wird. Dabei steht nicht mehr nur die bloße Erhaltung deines Kapitals im Vordergrund, sondern die aktive Beteiligung an den Renditechancen der Kapitalmärkte. Dies ist besonders für Selbstständigen wichtig, da sie oft über längere Zeiträume planen und somit von den Zinseszinseffekten einer aktienbasierten Anlage profitieren können.

Deine neuen Chancen durch das Altersvorsorgedepot

Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung eines sogenannten Altersvorsorgedepots. Im Gegensatz zu den alten Modellen ist dieses Depot „ohne Garantie“ konzipiert, was bedeutet, dass die Anleger direkt in Investmentfonds, ETFs oder andere geeignete Anlageklassen investieren.

Der Wegfall nominaler Kapitalgarantien ist eine bewusste Entscheidung der Bundesregierung, um langfristig höhere Renditechancen zu eröffnen. Da für die Altersvorsorge typischerweise lange Anlagezeiträume gelten, können temporäre Schwankungen am Markt über die Jahre hinweg ausgeglichen werden. Für dich als Kleinunternehmer bietet dieses Depot die Flexibilität, die du in deinem geschäftlichen Alltag benötigst, da es auf kostentreibende Sicherheitsmechanismen verzichtet. Du kannst künftig aus einer Vielzahl von Produkten wählen, die von Banken, Versicherungen oder auch Neobrokern angeboten werden dürfen. Das Gesetz sieht vor, dass auch staatliche Angebote als Alternative zu den privaten Finanzfirmen geschaffen werden, um den Wettbewerb zu beleben.

Die historische Einbeziehung der Selbstständigen

Die wohl bedeutendste Neuerung ist die Ausweitung des Kreises der Förderberechtigten. Bisher hatten vor allem nicht pflichtversichert Selbstständige kaum Möglichkeiten von staatlichen Zulagen zu profitieren. Die Bundesregierung trägt nun der Realität Rechnung, dass gerade Selbstständige überdurchschnittlich häufig von prekären Lebensverhältnissen im Alter bedroht sind. Verbände wie der VGSD, die sich seit Jahren für ein solches Altersvorsorge-Depot für Selbstständige eingesetzt haben, begrüßen die Reform daher ausdrücklich als wichtigen politischen Erfolg und überfälligen Schritt für mehr flexible und renditestarke Vorsorge für Selbstständige.

Künftig werden auch Freiberufler und Selbstständige explizit motiviert, zusätzlich zu einer Basisabsicherung eine ergänzende private Altersvorsorge aufzubauen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Schließung einer Gerechtigkeitslücke im Sozialsystem, da Selbstständigen die steuerlich geförderte betriebliche Altersversorgung in der Regel nicht zur Verfügung steht. Auch sie erhalten damit die Chance, mit staatlicher Unterstützung ein Kapitalvermögen aufzubauen, das im Alter die nötige finanzielle Unabhängigkeit sichert.

Das bringt dir das neue Fördersystem

Die Reform schafft die komplizierte Berechnung der bisherigen Riester-Zulagen ab und ersetzt sie durch ein einfaches, beitragsproportionales System. Das bedeutet, künftig wird jeder Euro, den du selbst für deine Altersvorsorge zurücklegst, direkt vom Staat gefördert. Das System sieht vor, dass du für jeden eingezahlten Euro eine Grundzulage von 50 Prozent erhältst, sofern deine jährliche Sparleistung 360 Euro nicht überschreitet. Wenn du mehr sparst, erhältst du für jeden weiteren Euro bis zu einer Grenze von 1.800 Euro noch einmal eine Förderung von 25 Prozent. In der Summe kannst du so eine jährliche staatliche Grundzulage von maximal 540 Euro erreichen.

Dieser neue Ansatz ist wesentlich transparenter und ermöglicht es dir, die staatliche Unterstützung sofort bei deiner Sparplanung zu berücksichtigen. Für junge Selbstständige unter 25 Jahren gibt es zudem weiterhin einen einmaligen Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro, um frühzeitige Sparanreize zu setzen.

Besondere Vorteile für Familien und Kinder

Falls du Kinder hast, bietet das neue Gesetz zusätzliche attraktive Komponenten. Die Kinderzulage wurde ebenfalls auf ein proportionales System umgestellt: Der Staat zahlt 25 Prozent deiner Eigenleistung pro Kind dazu, bis zu einem Höchstbetrag von 300 Euro jährlich je Kind. Besonders vorteilhaft für dich als Elternteil ist, dass die volle Kinderzulage bereits ab einem moderaten monatlichen Eigenbeitrag von nur 25 Euro gewährt wird. Dies soll sicherstellen, dass Familien auch in Phasen mit geringerem Einkommen, wie sie in der Gründungsphase einer Selbstständigkeit vorkommen können, eine solide Vorsorge aufbauen. Ein völlig neuer Baustein ist zudem die sogenannte Frühstartrente für Kinder und Jugendliche.

Ab dem Geburtenjahrgang 2020 zahlt der Staat für jedes Kind zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein individuelles Altersvorsorgedepot ein. Damit wird bereits in der Kindheit der Grundstein für ein lebenslanges Vermögen gelegt, was durch den extrem langen Anlagehorizont eine enorme Wirkung entfalten kann.

Kostenkontrolle und das Standardprodukt

Um Anleger vor überteuerten Finanzprodukten zu schützen, führt die Regierung einen Kostendeckel für ein neu geschaffenes Standardprodukt ein. Jeder Anbieter ist verpflichtet, ein solches Standarddepot anzubieten, das besonders einfach strukturiert und leicht verständlich sein muss. Die Effektivkosten für dieses Produkt sind auf maximal ein Prozent der Rendite begrenzt. Obwohl Verbraucherschützer fordern, diesen Deckel noch weiter auf etwa 0,2 Prozent zu senken, stellt er bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber vielen bisherigen Verträgen dar.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Relevanz

Bei einer jährlichen Rendite von sechs Prozent über 40 Jahre kann der Unterschied zwischen Kosten von 0,2 Prozent und einem Prozent am Ende rund 50.000 Euro an Endvermögen ausmachen. Du solltest daher bei der Auswahl deines Depots nicht nur auf die staatliche Förderung, sondern ganz gezielt auf die Effektivkosten achten, da diese einen massiven Einfluss auf deinen späteren Lebensstandard haben.

Steuerliche Behandlung und Sonderausgabenabzug

Neben den direkten Zulagen bleibt der Sonderausgabenabzug ein wesentlicher Pfeiler der staatlichen Förderung. Du kannst deine Eigenbeiträge zuzüglich der Zulagen jährlich bis zu einem Betrag von 1.800 Euro als Sonderausgaben in deiner Einkommensteuererklärung geltend machen. Das Finanzamt führt dabei automatisch eine Günstigerprüfung durch. Wenn die Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug höher ist als dein Zulageanspruch, wird dir der übersteigende Betrag steuerlich angerechnet.

Experten weisen jedoch darauf hin, dass durch die Erhöhung der Obergrenzen für den Abzug vor allem Gutverdiener profitieren können, da deren Steuerersparnis bei hohen Grenzsteuersätzen über 1.300 Euro liegen kann. Als Selbstständiger mit schwankendem Einkommen bietet dir dieses System die Möglichkeit, in erfolgreichen Jahren deine Steuerlast signifikant zu senken und gleichzeitig dein privates Rentenkapital zu hebeln.

Flexibilität in der Auszahlungsphase

Ein großer Kritikpunkt an der alten Riester-Rente war die starre Pflicht zur lebenslangen Verrentung. Der neue Gesetzentwurf gibt dir hier deutlich mehr Freiheit. In der Auszahlungsphase kannst du künftig zwischen einer lebenslangen Leibrente oder einem langlaufenden Auszahlungsplan wählen, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr laufen muss. Diese Auszahlungspläne kommen ohne eine verpflichtende Restverrentung aus, was die Produkte für Anbieter, die keine Versicherer sind, günstiger macht und den Wettbewerb fördert. Zudem kannst du künftig zu Beginn der Auszahlungsphase bis zu 30 Prozent deines angesparten Kapitals als Einmalbetrag entnehmen, um beispielsweise größere Investitionen zu tätigen oder Verbindlichkeiten abzulösen. Das Renteneintrittsalter für diese geförderten Produkte wird im Regelfall auf 65 Jahre angehoben, kann aber in Ausnahmefällen bereits ab 60 Jahren beginnen, wenn bereits eine andere gesetzliche Altersleistung bezogen wird.

Umgang mit bestehenden Riester-Verträgen

Solltest du bereits einen Riester-Vertrag besitzen, genießt dieser einen umfassenden Bestandsschutz. Du kannst entscheiden, ob du deinen alten Vertrag unverändert weiterführst oder ob du in die neue Förderung wechselst. Ein Wechsel ist möglich, ohne dass du die bisher erhaltene staatliche Förderung zurückzahlen musst. Dabei kannst du dein gesamtes bisher angespartes Kapital auf ein neues Altersvorsorgedepot übertragen. Die Reform erleichtert diesen Wechsel zudem erheblich, indem Abschluss- und Vertriebskosten künftig über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt werden müssen, anstatt sie wie bisher komplett zu Beginn fällig zu stellen. Wenn du deinen Vertrag wechselst, dürfen Anbieter zudem nur noch in den ersten fünf Jahren nach Abschluss eine Wechselgebühr von maximal 150 Euro verlangen. Danach muss der Wechsel grundsätzlich kostenfrei möglich sein, was deine Verhandlungsposition gegenüber den Finanzinstituten massiv stärkt.

Kritische Stimmen und soziale Ausgewogenheit

Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch Kritik an den Regierungsplänen. So warnen Rentenexperten vor einer sozialen Schieflage, da das Prinzip „Wer hat, dem wird gegeben“ durch die Reform verstärkt werden könnte. Während die prozentuale Zulage für Menschen mit sehr geringem Einkommen teilweise sogar zu einer niedrigeren Förderung führen kann als nach dem alten Recht, profitieren Besserverdienende überproportional vom erhöhten Sonderausgabenabzug. Auch die Gewerkschaften kritisieren, dass die private Vorsorge weiterhin zu teuer und beratungsintensiv bleibe, während die gesetzliche Rente als sicherste Säule gestärkt werden müsse. Für dich als Selbstständigen bedeutet dies, dass du das neue System zwar als Chance begreifen, aber die Produkte sehr kritisch im Hinblick auf Kosten und reale Renditechancen vergleichen solltest. Die Reform macht die private Altersvorsorge nicht zu einem Selbstläufer, sondern zu einem Werkzeug, das du eigenverantwortlich und informiert bedienen musst.

Fazit für dein Handeln

Die Pläne der Bundesregierung zur Riester-Nachfolge stellen die private Altersvorsorge in Deutschland auf ein neues, marktorientierteres Fundament. Dass du als Selbstständiger nun vollumfänglich in die staatliche Förderung integriert wirst, ist ein Signal der Wertschätzung und eine reale finanzielle Chance. Das neue Altersvorsorgedepot ermöglicht dir einen effizienten Vermögensaufbau am Kapitalmarkt, der durch proportionale Zulagen und steuerliche Vorteile staatlich gehebelt wird. Die erhöhte Transparenz durch standardisierte Produktinformationen und die Deckelung der Kosten bei Standardprodukten erleichtern dir die Auswahl und den Vergleich der Angebote. Dennoch bleibt es deine Aufgabe, dich frühzeitig mit den neuen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, die voraussichtlich ab Anfang 2027 vollumfänglich zur Verfügung stehen werden. Nutze die Flexibilität der neuen Auszahlungsmodelle und die verbesserten Wechselmöglichkeiten, um deine Altersvorsorge exakt auf deine Lebenssituation als Unternehmer zuzuschneiden. Die Zeit der komplexen und renditearmen Riester-Rente geht zu Ende – für dich beginnt eine Phase, in der du deine finanzielle Zukunft im Alter wieder deutlich aktiver und chancenreicher mitgestalten kannst.

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