Der Selbstständigen-Report 2026

Gemeinsam mit dem Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland veröffentlicht WISO MeinBüro den Selbstständigen-Report 2026. Die Studie beleuchtet aktuelle Entwicklungen, Stimmungen und Herausforderungen von Selbstständigen, Freiberuflern sowie kleinen Unternehmen in Deutschland und zeigt, wie sich ihre wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Lage verändert hat.

Deutlicher Abwärtstrend
trotz gesamtwirtschaftlichem
Wachstum

Der Selbstständigen-Report 2026 verdeutlicht eine kritische Stimmung: Nur noch 46 % der Befragten bewerten ihre Lage als gut. Auch die politische Frustration ist hoch, da 90 % mangelnden Respekt empfinden. Dies führt dazu, dass immer mehr Befragte über eine Auswanderung  nachdenken. Rechtliche Risiken wie Scheinselbstständigkeit bleiben oft unbewusst. Dennoch würden sich die meisten wieder selbstständig machen.

Fünf Erkenntnisse in aller Kürze:

  • Die wirtschaftliche Schere zwischen Gesamtwirtschaft und Selbstständigen klafft weiter auseinander
  • Die politische Entfremdung erreicht ein alarmierendes Niveau und gefährdet den sozialen Zusammenhalt
  • Bürokratie und Abgabenlast werden zum existenziellen Standortrisiko für Deutschland
  • Rechtliche Unsicherheit bei der Scheinselbstständigkeit fungiert als Innovationsbremse
  • Selbstständigkeit ist ein resilientes Lebensmodell aus Leidenschaft, nicht nur aus Notwendigkeit
2684
Selbstständige haben an der Umfrage teilgenommen. Das ist eine repräsentative Zahl, die Aussagekraft hat.
Ø 50-59
Mit 39% ist die Gruppe der 50-59 Jährigen am stärksten vertreten.
Die meisten Teilnehmer stammen aus Bayern und NRW, gemeinsam ca. 39,5 % der Gesamtteilnehmerzahl.
≈83 %
führen ein Einzelunternehmen. Das lässt auf a) wenige Mitarbeiter und b) viele Solopreneure schließen.

Wie bewerten Selbstständige die Lage ihres Unternehmen?

Selbstständige bewerten die wirtschaftliche Lage ihrer Unternehmen Anfang 2026 deutlich kritischer als noch vor einigen Jahren. Zwar ist das Bruttoinlandsprodukt 2025 leicht um 0,2 Prozent gewachsen, doch dieses Wachstum scheint bei vielen Soloselbstständigen, Freiberuflern, Handwerkern und kleinen Dienstleistern bislang kaum anzukommen. Nur noch rund 46 Prozent der Befragten schätzen die Lage ihres Unternehmens als gut bis hervorragend ein. Damit setzt sich ein klarer Abwärtstrend fort: 2024 lag dieser Anteil noch bei 55 Prozent, 2018 sogar bei 60 Prozent.

  • 31-40

    Durchschnittliche Wochenstunden Arbeitszeit (Median)

  • 51-75 €

    Durchschnittlicher Stundensatz (Median)

1

Mit welchen Jahresumsätzen haben Selbstständige das Jahr 2025 abgeschlossen und womit rechnen sie in 2026?

Für das Jahr 2026 planen 28,6 % der selbstständigen Frauen Umsätze von bis zu 50.000 Euro, während ein größerer Anteil der Männer höhere Einnahmen erwartet: 22,2 % der Männer rechnen mit Umsätzen über 50.000 Euro. Die niedrigeren Umsatzplanungen von Frauen hängen häufig auch mit kürzeren Arbeitszeiten zusammen. Insgesamt zeigt sich zudem, dass die wirtschaftliche Entwicklung bei vielen Selbstständigen noch nicht angekommen ist. Trotz eines leichten Anstiegs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 % im Jahr 2025 spüren viele Selbstständige bislang kaum etwas von diesem Wachstum.

Gefühlte Wertschätzung durch die Politik sinkt erneut

Unter den Befragten bewerten rund 20 Prozent das Geschäftsklima für ihre Selbstständigkeit in Deutschland als sehr schlecht, 42 Prozent als schlecht und knapp 33 Prozent als mittel. 

Rund 90 Prozent der Befragten teilten mit, dass sie sich als Selbstständige überhaupt nicht bis wenig von der Politik respektiert fühlen. Was die empfundene Wertschätzung durch die Politik betrifft, so fühlten sich im Jahr 2018 bereits 80 Prozent der Befragten von der Politik wenig oder gar nicht respektiert. 2024 stieg der Anteil auf 87 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen einen wachsenden Frust einer wichtigen Gruppe der Wirtschaft und sind ein deutliches Signal an die Politik. 

Mehr als drei Viertel der Selbstständigen, 76,4 Prozent, wünscht sich mehr Respekt für den Beitrag zu Wirtschaft und Gesellschaft, gefolgt von dem Wunsch nach einer fairen Beitragsbemessung bei der gesetzlichen Krankenversicherung und nach einer Gleichbehandlung von Selbstständigen und Angestellten in Bezug auf die Beiträge zur Krankenkasse, 63,7 Prozent.

  • 90%

    der Befragten teilten mit, dass sie sich als Selbstständige wenig bis überhaupt nicht von der Politik respektiert fühlen

  • 66%

    Insbesondere Teilnehmer, die sich der AfD nahe fühlen, fühlen sich von der Politik überhaupt nicht respektiert. Knapp 66 Prozent gaben dies an.

1

Wie hoch ist dein durchschnittlicher Stundensatz (netto)?

Was sind für Selbstständige Gründe für eine Auswanderung?

Rund 38 Prozent der Befragten haben in den letzten zwei Jahren darüber nachgedacht, auszuwandern. Weitere knapp sechs Prozent haben bereits konkrete Auswanderungspläne. Die Bürokratie ist der potenzielle Auswanderungsgrund Nummer eins, genannt von 41,6 Prozent. 

  • 44%

    der Befragten haben bereits mit dem Gedanken gespielt auszuwandern oder haben konkrete Pläne dazu

  • #1

    Auswanderungsgrund der Befragten ist mit rund 42 Prozent die Bürokratie

“Wenn fast vier von zehn Selbstständigen über Auswanderung nachdenken, ist das kein Randphänomen mehr, sondern ein Warnsignal. Viele gehen nicht, weil sie Deutschland den Rücken kehren wollen, sondern weil sie sich von Bürokratie, Abgaben und rechtlicher Unsicherheit zermürbt fühlen.“

Dr. Andreas Lutz, VGSD e.V.

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Selbstständigen-Report 2026 – Jetzt den Report als PDF downloaden

Wie steht es wirklich um die Zukunft der Selbstständigen in Deutschland? Der Selbstständigen-Report 2026 zeigt die wichtigsten Entwicklungen, Herausforderungen und Stimmungen der Branche – basierend auf einer umfassenden Befragung von 2.684 Selbstständigen. Jetzt kostenlos als PDF sichern und alle Ergebnisse entdecken.

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