Welche Folgen können Verstöße gegen die neuen Regeln haben?
Ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht kann für kleine Unternehmen unangenehm und teuer werden. Relevant sind vor allem wettbewerbsrechtliche Ansprüche.
Unter anderem können Mitbewerber und bestimmte berechtigte Verbände gegen unzulässige Geschäftspraktiken vorgehen. Daraus können Unterlassungsansprüche und Abmahnungen entstehen. Je nach Fall kommen weitere rechtliche Folgen hinzu.
Besonders hohe Bußgelder, über die im Zusammenhang mit der EmpCo-Richtlinie häufig berichtet wird, betreffen nicht automatisch jeden einzelnen Verstoß eines kleinen Unternehmens. Die entsprechenden Regelungen beziehen sich insbesondere auf weitverbreitete Verstöße und Verstöße mit Unions-Dimension.
Trotzdem solltest du das Thema nicht unterschätzen. Für Selbstständige und kleine Betriebe kann bereits eine wettbewerbsrechtliche Auseinandersetzung mit Kosten und erheblichem Aufwand verbunden sein.
Hinzu kommt ein praktischer Aspekt: Umweltwerbung soll Vertrauen schaffen. Stellt sich eine Aussage später als irreführend heraus, kann genau dieses Vertrauen leiden.
Greenwashing vermeiden: So bereitest du deine Kommunikation vor
Du musst deine gesamte Kommunikation nicht von heute auf morgen neu aufbauen. Sinnvoll ist aber eine systematische Prüfung vor dem 27. September 2026.
Beginne mit einer Bestandsaufnahme. Suche überall dort nach Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen, wo Kunden mit deinem Unternehmen in Kontakt kommen. Dazu gehören nicht nur deine Webseite und dein Onlineshop. Prüfe auch Produktverpackungen, Flyer, Anzeigen, Social-Media-Beiträge, Newsletter, Produktbeschreibungen und andere Werbemittel.
Achte dabei besonders auf weitreichende Begriffe. „Nachhaltig“, „grün“, „ökologisch“, „umweltfreundlich“ und „klimafreundlich“ sollten Anlass für eine genauere Prüfung sein. Frage dich jeweils, was die Aussage konkret bedeutet und wie du sie nachweisen kannst.
Im nächsten Schritt prüfst du den Bezug. Bezieht sich deine Aussage auf das gesamte Produkt, obwohl tatsächlich nur die Verpackung gemeint ist? Beschreibst du dein gesamtes Unternehmen als klimafreundlich, obwohl sich deine Maßnahme nur auf den Stromverbrauch im Büro bezieht? Dann solltest du die Formulierung enger an den tatsächlichen Sachverhalt anpassen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Aussagen zur Klimaneutralität. Prüfe, ob produktbezogene Claims auf Kompensationsmaßnahmen beruhen. Auch bestehende Verpackungen und bereits produzierte Werbemittel solltest du dabei berücksichtigen.
Danach kommen deine Siegel und Labels auf den Prüfstand. Bei jedem Nachhaltigkeitssiegel solltest du nachvollziehen können, wer es vergibt, auf welchen Kriterien es basiert und ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Zum Schluss solltest du auch deine internen Abläufe anpassen. Neue Umweltclaims sollten nicht allein danach beurteilt werden, ob sie gut klingen. Kläre vor der Veröffentlichung, was genau behauptet wird, worauf sich die Aussage bezieht und welche Belege dafür vorhanden sind.
Präzise Umweltwerbung statt pauschaler Versprechen
Die neuen Vorgaben bedeuten nicht, dass du über ökologische Verbesserungen schweigen musst. Entscheidend ist vielmehr, wie du darüber sprichst.
Eine konkrete Aussage liefert deinen Kunden mehr Information als ein allgemeines Schlagwort. Wenn deine Verpackung zu einem bestimmten Anteil aus recyceltem Material besteht, kannst du genau diesen Anteil nennen, sofern du ihn nachweisen kannst. Wenn du deinen Energieverbrauch reduziert hast, kannst du die konkrete Veränderung und den betrachteten Zeitraum beschreiben.
Diese Art der Kommunikation ist nicht nur mit Blick auf die neuen Regeln sinnvoll. Sie macht deine Aussagen nachvollziehbarer.
Vermeide deshalb den Reflex, möglichst große Umweltversprechen zu formulieren. Eine eng abgegrenzte und belegte Information kann für deine Kunden wertvoller sein als ein pauschaler Nachhaltigkeitsclaim.
Was das Greenwashing-Verbot für deine Büroorganisation bedeutet
Wenn du Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen verwendest, solltest du die dazugehörigen Nachweise strukturiert aufbewahren. Rechnungen, Zertifikate, Angaben von Lieferanten oder andere relevante Unterlagen helfen dir dabei, später nachvollziehen zu können, worauf eine Aussage beruhte.
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Das ersetzt keine rechtliche Prüfung deiner Werbung. Eine gute Organisation erleichtert dir aber den Zugriff auf Unterlagen, die du für deine Geschäftsabläufe und Dokumentation benötigst.