Wer als Selbstständiger Rechnungen schreibt, muss früher oder später den eigenen Stundensatz festlegen. Dabei machen viele den Fehler, sich an einem vergleichbaren Gehalt im Angestelltenverhältnis zu orientieren. Für Selbstständige reicht dieser Ansatz jedoch nicht aus. Der eigene Stundensatz muss deutlich mehr abdecken als das persönliche Einkommen. Er finanziert zusätzlich laufende Betriebskosten, Versicherungen, Vorsorgeaufwendungen und Zeiten, in denen keine Leistungen für Kunden erbracht werden.
Eine realistische Kalkulation ist deshalb die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Nur wenn der Stundensatz alle Kosten berücksichtigt, bleibt am Ende auch tatsächlich das Einkommen übrig, das du erzielen möchtest.
Schnelle Antwort: Wie berechnet man den Stundensatz?
Der Stundensatz ergibt sich aus dem finanziellen Bedarf deines Unternehmens und der Anzahl der Stunden, die du tatsächlich an Kunden abrechnen kannst. Dafür addierst du dein gewünschtes Einkommen mit allen geschäftlichen und privaten Aufwendungen, die du über deine Selbstständigkeit finanzieren musst. Anschließend teilst du diesen Betrag durch die Zahl deiner abrechenbaren Stunden pro Jahr.
Vereinfacht gilt:
Stundensatz = Jahresbedarf ÷ abrechenbare Arbeitsstunden pro Jahr
Zum Jahresbedarf gehören:
- gewünschtes Einkommen
- Betriebskosten
- Versicherungen
- Altersvorsorge
- Steuern
- Rücklagen und Risikopuffer
Entscheidend ist dabei, dass du nicht von deiner gesamten Arbeitszeit ausgehst. Ein Teil deiner Arbeitsstunden entfällt auf Organisation, Buchhaltung, Weiterbildung oder die Gewinnung neuer Kunden. Diese Tätigkeiten sind wichtig, lassen sich aber in der Regel nicht direkt in Rechnung stellen.